Hightech-Autodiebstahl in Kuching vereitelt – Polizei zerschlägt GPS-Störsender-Syndikat

Hochfrequenz detektoren und GPS-Signal blocker.

Die Gruppe verwendete High-Tech-Elektronik, um Fahrzeuge zu stehlen, darunter Hochfrequenz detektoren und GPS-Signal blocker.

Die Polizei des Bezirks Kuching in Sarawak hat erfolgreich ein ausgeklügeltes Hightech-Fahrzeugdiebstahl-Syndikat zerschlagen. Bei einem gezielten Einsatz am 25. Oktober wurden drei lokale Tatverdächtige im Alter zwischen 29 und 41 Jahren festgenommen.

Moderne Autodiebe setzen auf GPS-Störsender und ECU-Hacking

Laut Bezirks polizeichef Ahsmon Bajah nutzte die kriminelle Gruppe mit dem Namen „Geneng Ah Ann“ modernste elektronische Geräte, um die Sicherheitsmechanismen von Fahrzeugen systematisch zu umgehen. Zum Einsatz kamen dabei unter anderem:

  • RF-Frequenzscanner (RF FS-Detektoren) zur Aufspürung aktiver Funksignale in der Umgebung, insbesondere Keyless-Entry-Systeme.
  • GPS-Störsender, um das Ortungssystem der Fahrzeuge auszuschalten und eine Echtzeit-Verfolgung zu verhindern.
  • Geräte zum Starten der Zündung und Manipulieren der ECU (Electronic Control Unit) – eine Methode, die in jüngster Zeit auch bei international agierenden Autodiebstahlnetzwerken festgestellt wurde.

🔍 Laut aktuellen Cybercrime-Berichten steigt der Missbrauch solcher Geräte weltweit rasant. Besonders die Kombination aus GPS-Jamming und ECU-Manipulation gilt als zunehmende Bedrohung für Fahrzeuge mit drahtlosen Zugangssystemen.

Polizeierfolg durch gezielte Überwachung und CAT-Spezialeinheit

Die Festnahmen resultierten aus umfassenden Ermittlungen der Crime Aggression Taskforce (CAT), die bereits sechs aktive Diebstahlringe in der Region zerschlagen hat. Bei der Durchsuchung konnten die Beamten nicht nur elektronische Geräte sicherstellen, sondern auch klassische Werkzeuge wie modifizierte Schraubendreher und Handbohrer – ein Hinweis darauf, dass die Täter flexibel zwischen digitalen und mechanischen Methoden wechselten.

Mindestens neun geklärte Diebstähle – Gesamtschaden: 700.000 RM

gestohlenes Fahrzeug

Asmond (links) zeigt ein gestohlenes Fahrzeug, das von der Polizei gefunden wurde.

Nach Angaben der Ermittler steht das Trio im Verdacht, hinter mindestens neun Fahrzeugdiebstählen zu stecken. Der geschätzte Gesamtschaden beläuft sich auf über 700.000 RM. Die gestohlenen Fahrzeuge, vor allem Allradmodelle, wurden teils im Inland für etwa 50.000 RM verkauft oder über Grenzen in Nachbarländer geschmuggelt.

Wiederholungstäter unter Beobachtung

Die Polizei gab bekannt, dass alle drei Verdächtigen bereits mehrfach wegen Eigentums- und Drogendelikten polizeibekannt sind. Zwei von ihnen wurden erst 2023 aus Präventivhaft entlassen und sind seitdem erneut aktiv geworden. Gegenwärtig laufen Ermittlungen nach § 379A (Fahrzeugdiebstahl) und § 382A (organisierte Bandenkriminalität) des malaysischen Strafgesetzbuches.


GPS-Störsender & ECU-Hacking als wachsende Sicherheitsbedrohung

Der Fall aus Kuching zeigt deutlich, wie Autodiebe zunehmend auf digitale Angriffstechniken setzen. GPS-Jammer, Frequenzscanner und ECU-Hacking-Tools sind längst keine Seltenheit mehr, sondern Teil eines gut organisierten Cyberkriminalitätsnetzwerks. Fahrzeughalter und Sicherheitsbehörden stehen vor der Herausforderung, neue Antistörtechnologien und Signalüberwachungssysteme zu integrieren, um sich gegen diese Angriffe zu schützen.