Haben alle Funksignal Störsender die gleiche Reichweite auf jeder Frequenz?
Viele Interessenten gehen davon aus, dass ein Funksignal Störsender auf allen Frequenzen dieselbe Wirkung erzielt. In der Praxis ist das jedoch nicht der Fall. Die tatsächliche Störreichweite hängt von mehreren technischen Faktoren ab und kann je nach Frequenzbereich, Signalquelle und Einsatzumgebung deutlich variieren.
Ein Funksignal bewegt sich nicht auf jeder Frequenz identisch durch die Umgebung. Niedrige Frequenzen besitzen andere Ausbreitungseigenschaften als hohe Frequenzen. Deshalb kann ein Störsender bei einem Signaltyp eine große Wirkung erzielen, während die Reichweite bei einem anderen Frequenzband deutlich geringer ausfällt.
Entscheidend sind dabei vor allem:
- Die Entfernung zwischen Sender und Empfänger
- Die Ausgangsleistung des ursprünglichen Funksignals
- Hindernisse wie Wände, Fahrzeuge oder Metallkonstruktionen
- Reflexionen und Mehrwegeausbreitung
- Die verwendete Frequenz des Zielsignals
Je stärker das ursprüngliche Signal am Empfänger ankommt, desto mehr Leistung muss ein Störsignal aufbringen, um die Kommunikation wirksam zu beeinträchtigen.
Frequenzen im Bereich von etwa 20 bis 100 MHz werden traditionell für Rundfunk- und spezielle Kommunikationsanwendungen genutzt. Diese Signale besitzen eine hohe Reichweite und können Hindernisse vergleichsweise gut überwinden.
Dadurch entstehen häufig größere Störzonen als bei höheren Frequenzbereichen. Unter günstigen Bedingungen können Störungen in deutlich größerer Entfernung auftreten als bei modernen Hochfrequenzsystemen.
Im Bereich zwischen 100 und 500 MHz arbeiten zahlreiche Funkfernsteuerungen, Telemetriesysteme und professionelle Kommunikationslösungen.
Da diese Frequenzen oft mit vergleichsweise geringer Sendeleistung betrieben werden, können leistungsstarke Funksignal Störsender für Fernbedienungen oder Kommunikationssysteme unter bestimmten Bedingungen eine große Reichweite erreichen.
Besonders in offenen Bereichen ohne starke Fremdsignale lassen sich hier oft größere Störzonen erzeugen als viele Anwender erwarten.
Bei GSM-, UMTS-, LTE- und 5G-Netzen gestaltet sich die Situation wesentlich komplexer.
Ein Smartphone kommuniziert permanent mit der nächstgelegenen Mobilfunkbasisstation. Befindet sich diese nur wenige hundert Meter entfernt, trifft das Netzsignal deutlich stärker beim Endgerät ein als in ländlichen Regionen mit größerem Abstand zum Sendemast.
Deshalb kann dieselbe Störtechnik an zwei verschiedenen Orten völlig unterschiedliche Ergebnisse liefern.
Die Reichweite eines Handy-Störsenders wird daher nicht nur vom Gerät selbst bestimmt, sondern maßgeblich von der Stärke des vorhandenen Mobilfunksignals.
GPS-Satelliten senden ihre Signale aus einer Entfernung von rund 20.000 Kilometern zur Erde. Obwohl diese Signale hochpräzise sind, erreichen sie den Empfänger nur mit sehr geringer Leistung.
Genau deshalb reagieren GPS-Empfänger besonders empfindlich auf lokale Störquellen.
Bei geeigneten technischen Voraussetzungen können GPS-Störsysteme große Wirkbereiche erzeugen. Dies erklärt, warum GPS-Signale oftmals leichter beeinflusst werden können als viele terrestrische Funkverbindungen.
Moderne Drohnen verwenden häufig mehrere Funktechnologien gleichzeitig:
- GPS für Navigation
- 2,4 GHz oder 5,8 GHz für Steuerung
- Digitale Videoübertragung für Live-Bilder
- Telemetriedaten für Flugstatus und Position
Jedes dieser Systeme besitzt unterschiedliche Signalstärken und arbeitet in verschiedenen Frequenzbereichen. Deshalb unterscheiden sich auch die möglichen Störreichweiten erheblich.
Während Navigationssignale oft empfindlicher reagieren, benötigen leistungsstarke digitale Datenverbindungen meist eine stärkere Gegenwirkung, um zuverlässig beeinflusst zu werden.
Viele Reichweitenangaben werden unter optimalen Bedingungen auf freiem Gelände gemessen. In realen Umgebungen wirken jedoch zahlreiche Faktoren auf die Ausbreitung von Funkwellen ein.
Betonwände, Stahlkonstruktionen, Fahrzeuge, Bäume oder sogar Menschenansammlungen können die Reichweite sowohl reduzieren als auch durch Reflexionen lokal verändern.
Daher lassen sich pauschale Aussagen wie „50 Meter Reichweite“ oder „100 Meter Reichweite“ nur eingeschränkt auf jede Situation übertragen.
Die Vorstellung einer festen Reichweite für alle Frequenzbereiche ist technisch nicht korrekt. Ein Funksignal Blocker erzielt je nach Frequenzband, Signalstärke, Umgebungsbedingungen und Entfernung zum eigentlichen Sender sehr unterschiedliche Ergebnisse.
Niedrige Frequenzen, Mobilfunk, GPS, Fernsteuerungen oder WLAN reagieren jeweils anders auf Störsignale. Wer die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Systems beurteilen möchte, sollte daher immer das konkrete Einsatzszenario und die Eigenschaften des jeweiligen Frequenzbereichs berücksichtigen.