Dashcams im Straßenverkehr: Rechtliche Lage, Beweiskraft, Datenschutz & Kaufberatung
24. Juli 2025
Dashcams – kleine, intelligente Kamerasysteme im Fahrzeug – haben sich in den letzten Jahren von einem Nischenprodukt zu einem immer wichtigeren Bestandteil moderner Fahrzeugsicherheit entwickelt. Ob bei einem Auffahrunfall, Wildwechsel oder Versicherungsbetrug – Fahrrekorder liefern oft entscheidende Beweise. Doch welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten in Deutschland? Was ist beim Thema Datenschutz zu beachten? Und wie wählt man die richtige Dashcam für sein Fahrzeug aus?
In diesem Artikel klären wir die aktuelle Rechtslage, erläutern typische Einsatzszenarien und bieten eine fundierte Kaufberatung, ergänzt durch technische Neuheiten wie GPS-Tracker, ADAS-Systeme und Cloud-Speicherung.
Rechtliche Lage in Deutschland: Was ist erlaubt?
Noch vor wenigen Jahren war der Einsatz von CarLogs rechtlich umstritten. Datenschutzbedenken gemäß DSGVO führten dazu, dass Videoaufnahmen oft vor Gericht nicht zugelassen wurden. Doch das hat sich geändert:
🔍 Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH, 15. Mai 2018 – VI ZR 233/17): Dashcam-Aufzeichnungen können im Zivilverfahren als Beweismittel verwertet werden – wenn die Aufnahme anlassbezogen ist und nicht dauerhaft das Verkehrsgeschehen aufzeichnet.
Was bedeutet das konkret?
✅ Erlaubt: Kurze Aufnahmen von konkreten Vorfällen (z. B. ein Unfall) mit automatischer Überschreibung alter Daten
❌ Nicht erlaubt: Dauerhafte Überwachung des öffentlichen Verkehrs (Verstoß gegen § 6 BDSG und DSGVO)
👉 Moderne Dashcams mit Loop-Funktion (automatische Überschreibung) und G-Sensor (Unfallerkennung) erfüllen diese Voraussetzungen – und sind somit rechtssicher.
In welchen Situationen liefert eine Dashcam entscheidende Beweise?
Die Dashcam kann Ihnen helfen, Ihre Unschuld zu beweisen – auch dann, wenn keine Zeugen vor Ort sind. Typische Anwendungsfälle:
🔁 Abbiegevorgänge: Sie dokumentieren, dass Sie vorschriftsmäßig langsam und vorsichtig abgebogen sind
🚦 Rotlichtverstöße: Sie zeigen klar, welche Ampelphase galt
🚶♂️ Zebrastreifen-Unfälle: Beweis bei Fahrerflucht oder Fußgänger-Kollisionen
🐗 Wildunfälle: Video belegt Tierkontakt – wichtig bei Versicherungen
🛣️ Nötigung auf der Autobahn: z. B. Drängeln, Schneiden oder Ausbremsen
💸 Versicherungsbetrug: HD Auto kameras von Dashcams decken oft gestellte Unfälle auf
📶 Unzureichende Blinker-Nutzung: wichtig für Haftungsfragen
📌 Tipp: Kombinieren Sie Dashcam-Aufnahmen mit GPS-Daten (z. B. Position, Geschwindigkeit) für ein vollständigeres Beweisbild. Einige moderne Dashcams verfügen über integriertes GPS-Tracking, was Ihre Aussagen zusätzlich untermauern kann.
Technik & Installation: Welche Dashcam ist die richtige für Sie?
Dashcams gibt es in verschiedenen Ausführungen – von einfachen Modellen mit Frontkamera bis zu Systemen mit Zweifachlinsen, Touchscreen und ADAS (Advanced Driver Assistance Systems).
Typische Montagemöglichkeiten:
An der Windschutzscheibe (mit Saugnapf oder 3M-Klebestreifen)
Dashcams erfassen personenbezogene Daten (z. B. Nummernschilder, Gesichter). Achten Sie auf:
⚠️ Keine dauerhafte Speicherung
🕒 Automatische Überschreibung alter Daten
📁 Speicherung nur im Anlassfall (Unfall)
📑 Keine Veröffentlichung der Aufnahmen im Netz ohne Zustimmung
Wichtig: Nutzen Sie Modelle mit DSGVO-konformer Software, die automatisch datenschutzkonforme Aufzeichnungsmodi unterstützt.
Fazit: Dashcam lohnt sich – aber richtig eingesetzt
Dashcams bieten im Ernstfall entscheidende Vorteile – vorausgesetzt, sie werden rechtssicher eingesetzt. Durch moderne Technik wie ADAS, Cloud-Upload, GPS-Integration und mobile Steuerung sind heutige Modelle nicht nur Beweismittel, sondern auch aktive Helfer im täglichen Verkehr.
✅ Unser Tipp: Entscheiden Sie sich für ein Modell mit G-Sensor, Loop-Funktion und App-Anbindung – für maximale Sicherheit & Benutzerfreundlichkeit.