Vibo Valentia: Ehepaar wegen Drogenhandel verhaftet – Polizei entdeckt FunkStörsender, Heroin und Kokain

Cops finden Kokain, Heroin, Funkstörsender

Ein dramatischer Schlag gegen den organisierten Drogenhandel in Süditalien: In Vibo Valentia wurde ein zusammenlebendes Ehepaar festgenommen, das im Verdacht steht, einen gut strukturierten Drogenumschlagplatz in der eigenen Wohnung betrieben zu haben. Besonders brisant: Die Ermittler fanden nicht nur Kokain und Heroin, sondern auch professionelle Funkstörsender und Elektroschocker – Geräte, die üblicherweise zur Umgehung von Überwachungstechnik und Mobilfunküberwachung genutzt werden.

YouPol-Hinweis bringt Ermittler auf die Spur

Die Ermittlungen begannen nach einem anonymen Hinweis über die YouPol-App der italienischen Staatspolizei – ein digitales Bürgerbeteiligungstool, mit dem Verdachtsmomente direkt an die Behörden gemeldet werden können. Dank dieser technologiegestützten Hinweisgebung konnte das Flying Squad der Polizei in Kombination mit dem Dog Squad die Zielpersonen präzise lokalisieren und schließlich erfolgreich zugreifen.

Hausdurchsuchung bringt brisante Funde ans Licht

Bei der durchgeführten Hausdurchsuchung wurden laut offiziellen Angaben folgende Gegenstände beschlagnahmt:

  • 14 Gramm Kokain
  • 5 Gramm Heroin
  • 2 Präzisionswaagen
  • Verpackungsmaterial zur Portionierung
  • 335 Euro Bargeld in kleinen Scheinen
  • Funkfrequenz-Störsender
  • nicht registrierte Elektroschockgeräte

Diese Funde deuten laut Ermittlern auf ein professionell organisiertes Drogenverkaufsnetz hin, das offenbar direkt im häuslichen Umfeld des Konsumenten agierte – eine gängige Methode, um Kontrollen auf der Straße zu vermeiden.

„Der Einsatz von Funkstörsendern zeigt, dass hier mit System gearbeitet wurde. Solche Geräte blockieren Mobilfunk- oder GPS-Signale und sollen Polizeitechnik stören – ein klares Indiz für kriminelle Professionalität“, so ein Sprecher der Ermittlungsbehörden.

Minderjährige involviert – Staatsanwaltschaft ermittelt

Für zusätzliche Empörung sorgt die Beteiligung eines 15-jährigen Mädchens, offenbar der Halbschwester der weiblichen Hauptverdächtigen. Laut Ermittlungsbericht wurde sie dabei beobachtet, wie sie versuchte, bei einem herannahenden Polizeieinsatz Drogenpakete aus dem Fenster zu werfen. Die Staatsanwaltschaft für Minderjährige in Catanzaro prüft nun den Vorwurf der Verwicklung in organisierte Kriminalität – auch wenn das Alter mildernde Umstände nahelegt, ist der Fall wegen seiner sozialen Brisanz hochsensibel.

Wohnung beschlagnahmt – polizeiliche Sicherungsmaßnahmen

Nach Anhörung vor dem zuständigen Untersuchungsrichter wurden die beiden Hauptverdächtigen in Untersuchungshaft genommen. Zudem wurde ein gewerblich genutztes Grundstück des Ehepaars beschlagnahmt, das laut Katasteramt illegal genutzt wurde. Dieses Vorgehen ist Teil einer neuen Strategie der italienischen Justiz, kriminelle Infrastruktur systematisch zu entziehen – insbesondere im Bereich der organisierten Drogenkriminalität.