Drohnen-Schwärme als Wendepunkt in Taiwan-Szenarien – Kriegsspiele zeigen neue Strategien zur Abwehr einer Invasion

In hochrealistischen Kriegssimulationen zur Taiwan-Straße setzen US-Militärstrategen und Denkfabriken zunehmend auf den Einsatz von autonomen Drohnen-Schwärmen, um eine mögliche chinesische Invasion effektiv zu bekämpfen. Dabei spielen nicht nur Schwärme selbst, sondern auch deren Fähigkeit zur elektronischen Kriegsführung eine entscheidende Rolle.

„Drohnen mit eingebauten Störsendern können die Effektivität feindlicher Luftabwehrsysteme drastisch reduzieren – und das bei minimalem Kosten- und Personalaufwand“, betonte David Ochmanek, Senior Analyst bei der RAND Corporation und ehemaliger stellvertretender Verteidigungsminister der USA.


Simulation: Schwärme gegen Seeinvasionen

In den durchgeführten Szenarien geht es darum, eine chinesische Invasionsflotte in der Taiwanstraße innerhalb kürzester Zeit massiv zu dezimieren. Die Schlüsseltechnologie: autonome, kostengünstige UAVs, die gemeinsam operieren und spezifische Aufgaben übernehmen – darunter:

  • Jammer-Drohnen zur Störung von SAM-Systemen
  • Relaisdrohnen zur Verstärkung von Datenverbindungen
  • Sensor-Drohnen zur Aufklärung und Zielverfolgung

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Klein, billig, effektiv – und unabhängig von Startbahnen

Laut Generalleutnant Clint Hinote, Strategiechef der US-Luftwaffe, könnten „aus Taiwan gestartete Mini-Drohnen“ ein kostengünstiges Mittel sein, da sie nicht weit fliegen müssen und bereits mit ein bis zwei Sensoren und einem Kommunikationsmodul operieren können. Besonders vorteilhaft: Der Start ist auch ohne feste Infrastruktur möglich, was sie resilient gegen präventive Schläge macht.


Resiliente Netzwerke trotz Störversuchen

Eine der größten Stärken der neuen Schwarm-Konzepte: Selbst massive Funkstörungen können die Verbindung der Drohnen nicht brechen. Ochmanek dazu:

„Wir haben acht Funksysteme in verschiedenen Bändern getestet – selbst im dichten 5G- und High-Band-5G-Frequenzspektrum konnte der Schwarm weiterhin kommunizieren und koordiniert agieren.“

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Herausforderung: Hohe Verluste trotz technischer Überlegenheit

Frühere Luftwaffensimulationen deuteten zwar auf einen möglichen militärischen Sieg gegen China hin – doch zu hohen Kosten. Neben massiven Verlusten an Material und Infrastruktur gab es auch erhebliche Risiken durch Angriffe auf US-Stützpunkte im Indopazifik.

Daher fordern Strategen wie Ochmanek eine Neubewertung der operativen Konzepte, um verwundbare Ziele durch verteilte, autonome Plattformen zu ersetzen.


Fazit: Schwärme als neue Kriegsführung im Indo-Pazifik

Die zunehmende Bedrohung durch konventionelle Angriffe auf fest installierte Basen zwingt zur Umstellung: Drohnen-Schwärme mit modularer Architektur und integrierten Störfunktionen könnten künftig entscheidend sein, um asymmetrische Überlegenheit gegenüber bemannten Systemen zu erzielen – insbesondere im Szenario eines Taiwan-Konflikts.

Drohnen schwärme und leistungsstarker Störsender

Drohnen, die sich trotz Störsendern vernetzen und flexibel handeln, stehen im Zentrum der zukünftigen Luftkriegsführung – nicht nur in der Theorie, sondern zunehmend auch in der Praxis.