TET Assam: Prüfungsfragen-Leak trotz Störsender – Ruf nach unabhängiger Untersuchung

TET-Primärprüfung und Störsender

Ein Sicherheitsversagen trotz technologischer Vorkehrungen

Die TET-Prüfung (Teachers Eligibility Test) in Assam steht unter schwerem Beschuss. Trotz des Einsatzes von Signal-Störsendern Geräte, um Mobilfunk und elektronische Kommunikation während der Prüfung zu blockieren, kam es am 31. Oktober 2021 zu einem Leck von Prüfungsfragen. Der Vorfall wirft ernste Fragen zur Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen und zur Verantwortung des Prüfungsrats SEBA auf.

Wie mehrere Kandidaten betonen, sei die Untätigkeit der zuständigen Behörden schockierend. Bis heute wurde keine offizielle, hochrangige Untersuchung eingeleitet. Dabei handelt es sich nicht nur um ein lokales Problem, sondern um ein Thema von landesweiter Bedeutung, das das Vertrauen in das staatliche Prüfungssystem massiv untergräbt.


Tausende betroffen: Prüfung unter Generalverdacht

Die Prüfung wurde in 587 Prüfzentren in 27 Distrikten Assams durchgeführt. Über 396.000 Kandidaten nahmen an der TET-Primärprüfung teil – viele von ihnen stehen nun vor der Ungewissheit, ob ihre Prüfungsergebnisse überhaupt noch Gültigkeit haben.

Ein besonders brisanter Fall: Im Bezirk Cachar wurde ein Lehrer verhaftet, dem vorgeworfen wird, an einem organisierten Fragenleak beteiligt gewesen zu sein. Trotz vorhandener Signalblocker, die Mobiltelefone und elektronische Geräte deaktivieren sollten, konnten offenbar Fragen vorab weitergegeben werden – ein Hinweis auf interne Beteiligung oder unerkannte Sicherheitslücken.


Wie funktionieren Mobilfunk-Störsender – und wo versagen sie?

Mobilfunk-Störsender für Prüfungsraum ( wie EJ-5G) sollen durch gezielte Interferenzen die Kommunikation über GSM, 4G, 5G und WLAN blockieren. Sie werden inzwischen regelmäßig in Prüfungszentren, Gefängnissen oder bei polizeilichen Einsätzen verwendet.

Doch moderne Kommunikationsmethoden und verschlüsselte Offline-Übertragungen über Bluetooth Low Energy, Mesh-Netzwerke oder nicht blockierbare Geräte wie Smartpens stellen klassische Störsender vor neue Herausforderungen. Hinzu kommt, dass nicht alle Räume gleichmäßig abgedeckt werden können – was zu „blinden Zonen“ führt, in denen Signale weitergeleitet werden können.

„Wie konnten trotz Störsender die Fragen nach außen gelangen? Entweder gab es technische Lücken – oder menschliches Versagen.“, äußerte ein Teilnehmer gegenüber lokalen Medien.


Forderung nach unabhängiger Untersuchung

Die Wut unter den TET-Kandidaten wächst. Viele fordern nicht nur eine lückenlose Aufklärung, sondern auch eine technische Modernisierung der Prüfungsüberwachung. Hierzu gehört etwa die Implementierung von:

  • aktiven Kameraüberwachungssystemen
  • biometrischen Anwesenheitsprüfungen
  • mehrstufiger Dokumentensicherung
  • stärkerer Zugriffsbeschränkung auf digitale Prüfungsdokumente
  • sowie die Nutzung von fortgeschrittenen WLAN- und 5G-Blockern, die auch gegen neue Signalformen wirken.

Vertrauen zurückgewinnen – aber wie?

Ohne Transparenz und technische Nachrüstung könnte Assam ein Vorbild für das werden, was in anderen Bundesstaaten droht: <Bildungsskandale durch systemisches Versagen. Wenn Prüfungen nicht mehr als fair und sicher gelten, verlieren Kandidaten, Lehrer und das Bildungssystem gleichermaßen an Glaubwürdigkeit.

Die Behörden stehen nun in der Pflicht, zu handeln – und zwar schnell. Denn das Vertrauen in das TET-Format hängt nicht nur an einem Prüfungsdurchgang, sondern am gesamten Fundament des öffentlichen Bildungssystems.