Ukrainer verspotten russische Truppen, die ihre ungesicherten Funknetze stören

russische Militär kommunikation und mobilfunk störsender

Ein zerstörter roter Schützenpanzer in Malakiw, Ukraine, 4. März 2022. Efrem Lukatsky/AP Foto

Bei einem Angriff auf eine Stadt in der Nähe von Kiew erlaubten ungesicherte Funknetze den Ukrainern, mobilfunk störsender einzusetzen, um russische Truppen zu verspotten, wie eine Untersuchung der New York Times ergab.

Laut der Zeitung stießen die Russen am 27. Februar bei ihrem Vormarsch in der Stadt Makarif auf enormen Widerstand und wurden – über ihr Funknetz – während ihres Angriffs sogar verspottet.

Das ausgewählte Audio enthält die Instanz eines russischen Soldaten mit dem Funkrufzeichen "Buran-30", der über mobilfunk um Klärung bittet. "Bitte antworten Sie deutlicher", sagte er laut The Times. Die Antwort war jedoch nur ein fröhliches Pfeifen – was laut The Times die Aufgabe eines Funkstörers war.

Augenblicke später sagte ein Mann, der den Störsender bediente, Buran-30, er solle "nach Hause gehen", berichtete die Zeitung.

"Buran, geh nach Hause", sagte der abgehörte Ton laut The Times. "Es ist besser, ein Deserteur zu sein als Dünger."

Die audiovisuellen Ermittler der New York Times, die mit Amateurfunkern und Open-Source-Gruppen zusammenarbeiten, haben während des russischen Angriffs auf Makarif russische Militär kommunikation abgehört. Die Zeitung sagte, sie habe die Mitteilungen unter Bezugnahme auf Open-Source-Video- und Fotodokumente und Aussagen von ukrainischen Beamten überprüft.

Die Untersuchung scheint auch Argumente russischer Truppen aufgedeckt zu haben, die den Angriff auf das Wohngebäude von Makarif und ihre Panik besprachen, als ukrainische Truppen sie überfielen.

Es ist unklar, warum russische Kämpfer unsichere Kommunikation verwenden, aber es scheint die Norm zu sein, berichtete The Verge.

Makarif liegt an einer strategischen Route etwa 45 Kilometer vom Rand der Hauptstadt entfernt und befindet sich seit Beginn des Krieges inmitten heftiger Kämpfe.

Am Dienstag sagten ukrainische Beamte, ihre Streitkräfte hätten die Kontrolle über die Stadt zurückerlangt und eine vollständige Belagerung Kiews verhindert. Laut The Washington Post blieb die Stadt am Mittwoch jedoch umstritten.

Bürgermeister Vadim Tokar sagte der Zeitung, das ukrainische Militär habe die Stadt "nur teilweise" unter Kontrolle, etwa 15 Prozent der Armee seien am Mittwoch noch in russischer Hand.