US-Weltraumkommandant warnt vor wachsender Bedrohung durch russische & chinesische Anti-Satellitenwaffen
Angesichts eines neuen Wettrüstens im All schlägt General John W. Raymond, ehemaliger Kommandant der U.S. Space Force, Alarm. Bei einer Kongressanhörung erklärte er, dass sowohl Russland als auch China zunehmend aggressive Weltraumwaffen entwickeln – darunter sogenannte Killersatelliten, gerichtete Energiewaffen und leistungsstarke GPS- und Kommunikationsstörsysteme, die militärische Satelliten der USA gefährden könnten.
„Diese Bedrohungen sind real, akut und bereits im Einsatz – nicht nur theoretischer Natur.“, betonte Raymond.
Konkrete Bedrohung: Killersatelliten und Lasersysteme
Sowohl Russland als auch China verfügen mittlerweile über erprobte Anti-Satelliten-Technologien (ASAT). Dazu zählen:
- Lasersysteme mit hoher Energiedichte zum „Blenden“ oder „Zerstören“ von Satelliten
- Anti Satelliten GPS Störsender, die präzise militärische Navigation unmöglich machen
- UHF-Kommunikationsblocker, die verschlüsselte Übertragung unterbrechen
- Inspektionssatelliten, die sich im Orbit feindlichen Objekten annähern können
Die USA verweisen unter anderem auf ein russisches Satellitenmodell, das sich verdächtig nah an US-Kommunikationssatelliten bewegt habe – ein möglicher Test für Orbitmanöver mit offensivem Charakter.
Reaktionen und Strategien der USA
Die U.S. Space Force plant Investitionen in:
- Weltraumgestützte Frühwarnsysteme
- Orbitales Tracking & Abwehr mit KI-Unterstützung
- Hardening von GPS- und Kommunikationssystemen
- eigene Anti-Satelliten-Fähigkeiten als Abschreckung
Bereits 1985 demonstrierten die USA mit dem Abschuss des Forschungssatelliten Solwind durch die ASM-135 ASAT-Rakete, dass sie in der Lage sind, gezielt Objekte im All zu neutralisieren. Im Jahr 2008 zerstörte eine SM-3-Rakete erfolgreich den defekten Satelliten USA-193.
Globale Bedrohung durch Militarisierung des Alls
Auch das US-Weltraumkommando bestätigte mehrere russische Anti-Satelliten-Raketentests (2022, 2023). Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete dies als „US-Vorwand zur weiteren Militarisierung des Alls“.
Zunehmend warnen auch internationale Sicherheitsanalysten: Der nächste große Konflikt – ob geopolitisch oder cyber-physisch – könnte nicht auf der Erde, sondern im Orbit beginnen.
Fazit
Die USA sehen sich gezwungen, mit einem umfassenden Verteidigungskonzept auf die zunehmende Bedrohung durch russische und chinesische Weltraumwaffen zu reagieren. Der Schutz kritischer Satelliteninfrastruktur wird zur Priorität in der nationalen Sicherheitsstrategie – und der Weltraum zum potenziellen Schlachtfeld der Zukunft.