Hochsicherheitsgipfel in Brüssel: Anti-Drohnen-Waffen beim Biden-Besuch im Einsatz
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Die belgische Bundespolizei führt Anti-Drohnen-Waffen mit kinetischer Energie.
Belgische Sicherheitskräfte setzten beim Besuch von US-Präsident Joe Biden am 14. Juni in Brüssel modernste Anti-Drohnen-Systeme ein – ein deutliches Signal, wie ernst die Gefahr von Drohnenangriffen inzwischen genommen wird.
Zwei Technologien im Einsatz: Störsender und Netzwerfer
Bei der Sicherung des Treffens zwischen Biden und König Philippe kamen zwei unterschiedliche tragbare Systeme zum Einsatz:
- DroneGun Tactical von DroneShield (Australien) – ein tragbarer Hochfrequenz-Störsender, der die Fernsteuerverbindung zwischen Drohne und Pilot unterbricht.
- SkyWall Patrol von OpenWorks (UK) – ein Netzwerfer, der mithilfe von Druckluft ein Netz auf die Drohne schießt, um sie physisch zu fangen.
Diese zweistufige Abwehrstrategie kombiniert elektronische Neutralisierung mit physischer Erfassung – ideal für belebte urbane Räume, in denen herkömmliche Munition zu riskant wäre.
Warum diese Technologien nötig sind
In den letzten Jahren kam es weltweit mehrfach zu Drohnenangriffen auf Staatsoberhäupter, etwa 2018 auf Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Auch Drogenkartelle experimentieren mit Sprengstoff-Drohnen. Die wachsende Verfügbarkeit von handelsüblichen UAVs (Unmanned Aerial Vehicles) erhöht die Gefahr – insbesondere für hochrangige Ziele.
Daher rüsten sich Sicherheitsbehörden zunehmend mit portablen, nicht-letalen Anti-Drohnen-Waffen aus. Diese lassen sich im Patrouillenmodus mitführen und sind auf spontane Angriffe einzelner UAVs ausgelegt.
Wie funktionieren die Systeme?
🔹 DroneGun Tactical – Störsender in Gewehrform
- Stört RF-Verbindungen auf mehreren Frequenzbändern (2.4 GHz, 5.8 GHz, GPS, GLONASS)
- Erzwingt sofortige Landung oder Rückflug zur Startposition
- Unterbindet Video-Streaming der Drohne in Echtzeit
- Gewicht: ca. 7 kg, betrieben mit Li-Ion-Akku
- Eingesetzt von: US-Armee, Homeland Security, Geheimdienste
🔹 SkyWall Patrol – Netzwerfer
- Verwendet Druckluft, um Netzpatronen bis zu 100 Meter weit zu schleudern
- Auch mit Fallschirmmodul verfügbar, um Drohnen sicher zu Boden zu bringen
- Vorteil: Erhalt der Drohne für forensische Analyse
- Weniger Eskalationspotenzial als Schusswaffen
- Entwickelt für Polizeieinsätze in Menschenmengen
Grenzen der Technologie: Schwärme & autonome Drohnen
Die eingesetzten Systeme bieten Schutz gegen einzelne Quadrocopter, stoßen aber an Grenzen bei komplexeren Bedrohungen wie:
- Drohnen-Schwärme, die simultan angreifen
- Autonome Drohnen, die keine RF-Verbindung benötigen
- Kleinflugzeuge mit Starrflügeln, höherer Geschwindigkeit und GPS-Navigation
Laut DARPA-Tests (USA) sind künftig mehrschichtige Anti-Drohnen-Abwehrsysteme erforderlich – etwa mit Kombination aus Hochfrequenzstörung, kinetischer Abwehr und gerichteter Energie (z. B. Mikrowellenwaffen).
Fazit: Drohnenabwehr ist essenzieller Teil moderner Sicherheit
Der Einsatz von DroneGun Tactical und SkyWall Patrol in Brüssel zeigt, wie sich Sicherheitskonzepte wandeln: Statt klassischer Waffengewalt setzen moderne Behörden auf präzise, flexible und kontrollierbare Systeme, um Bedrohungen abzuwehren – ohne Kollateralschäden.
In einer Welt, in der kommerziell erhältliche Drohnen potenzielle Waffen sind, müssen Sicherheitssysteme Schritt halten. Die Zukunft der VIP-Sicherheit liegt in der Integration von Cyberabwehr, forensischer Aufklärung und flexibler Reaktion.